Niemand sollte beim Kacken ans Telephon gehen.
Das stelle ich erstmal einfach so in den Raum, bevor's gleich richtig losgeht.
Mein dritter Mitbewohner -das ist das moderne Äquivalent zur dritten Exfrau- verbot mir seinerzeit, Anrufe entgegenzunehmen auf dem Lokus. So sehr mir bisweilen die Vorstellung zuwider ist, mein Gesprächpartner beschäftigt sich mit Dingen, die besser privat bleiben. So klar kann ich jedoch die Ruhe, Gelassenheit, ja zeitweise Gleichgültigkeit, nachempfinden, welche diesem Orte anhängt. Wahrscheinlich ergäbe eine Suche nach Umgebungen und Situationen, in denen außergewöhnliche, lebensverändernde Entscheidungen mühe- und reuelos gefällt werden können, eine konkurrenzlos kurze Liste. Ad hoc fällt mir hierzu nur noch der Morgen nach einer drogenverseuchten Nacht ein, an dem man sich kurzweilig der Konfrontation stellt, um anschließend unvermittelt zurück ins Bett zu versinken.
Einen Ruhepol zu schaffen, der zwar von Gleichgültigkeit beherrscht wird, ohne allerdings in Antriebslosigkeit und Fatalismus abzudriften, stellt mich vor eine schwer lösbare Aufgabe. Augenblicklich sitze ich ...
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